La Famille

Film

Client: FH Salzburg
Date: 2017
Services: Kamerafrau, Plakat

La Famille ist ein 40 minütiges deutsch-französisches Dokudrama.

Drehbuch  Maximiliane Nirschl & Claudia Diwold
Regie  Maximiliane Nirschl
Künstlerische Leitung  Claudia Diwold
Kamera  Claudia Wahlmüller

Produktion  Bianca Weber & Kerstin Glachs
Musik  David Maier & David Döcker
Schnitt  Jeremias Bayerl
Farbkorrektur  Imanuel Thallinger

Als Zehnjähriger stößt Jean Pierre V. zufällig auf ein lang verschwiegenes Familiengeheimnis. Auf der Suche nach seinen Wurzeln arbeitet er in der Folge lange Jahre an der Rekonstruktion und Aufarbeitung der familiären Vergangenheit. „La Famille“ zeichnet die realhistorischen Geschehnisse von 1914 bis heute nach, die geprägt sind vom konfliktreichen deutsch-französischen Verhältnis der Zeit. Es ist die Geschichte einer aussichtslosen Liebe und einer zerrissenen Familie im Auf und Ab von Krieg, Versöhnung und Freundschaft.

Plakat

Als wir vom Dreh zurück gekommen sind und so viele tolle Bilder aufgenommen haben, konnte ich es kaum erwarten ein Plakat zu entwerfen.

„La Famille“ (AT) richtet den Blick auf die wahre Geschichte einer Familie, die durch die Liebe zweier Menschen ihren Anfang nimmt, deren Schicksal jedoch von den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen zweier Länder bestimmt wird. Der Erste Weltkrieg lässt eine junge Familie entstehen, um ihr zugleich jede Aussicht auf eine gemeinsame Zukunft zu nehmen. Das französisch-deutsche Kind verschweigt seinen Geburtsnamen und damit zugleich seine Herkunft, um einer Vorverurteilung zu entgehen und nicht als „enfant de boche“ (Bastardkind) aufwachsen zu müssen. Durch die politischen Umstände voneinander getrennt, kämpfen die Familienmitglieder in beiden Ländern mit der gesellschaftlichen Ächtung ihrer Verbindung. Paradoxerweise führen gerade die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges zum einzigen Wiedersehen von Vater und Tochter. Ein Nachmittag für das ganze Leben.

Täglich sehen wir, wie sich die Geschichte wiederholt und Herkunft zum Schicksal wird. Krieg, Unmenschlichkeit und die Verurteilung von nicht konformen Lebensentwürfen zerreißt Familien überall auf der ganzen Welt. Seit Jahren kommen hundert- tausende Flüchtlinge zu uns, weil sie, wie wir, an Freiheit, Gleichheit und die Würde des Menschen glauben. In ihren Herkunftsländern werden sie verfolgt, weil sie der falschen Religion oder Bevölkerungsgruppe angehören, am falschen Ort leben oder die falsche Person lieben.

Worunter aktuell in erster Linie Menschen aus der sogenannten „arabischen Welt“ zu leiden haben, das geschah in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hier in Europa mit unseren eigenen Familien. Dieser Film steht für eine Vielzahl von menschlichen Schicksalen, sowohl in der Vergangenheit als auch ganz besonders heute.

Auch wenn sich die Traumata der Grausamkeiten des letzten Jahrhunderts über Generationen weitertragen, so schwindet doch, mit zunehmender historischer Distanz, das Bewusstsein und das Verständnis für die Gründe und Zusammenhänge der geschichtlichen Entwicklungen.

Für uns ist es zu einer Selbstverständlichkeit geworden, Länder- grenzen nach Lust und Laune zu passieren und dort leben, studieren und arbeiten zu können, wo wir möchten.

Dies zählt zu den Errungenschaften, die sich unsere freiheitliche, demokratische Gesellschaft in den letzten 70 Jahren hart erarbeitet hat. Einstmals verfeindete Staaten haben sich zur Europäischen Union zusammengeschlossen, sind inzwischen zu Freunden und Partnern geworden und bilden eine Wertegemeinschaft.

Unsere Zeit versteht sich als tolerant und liberal und wir sind stolz auf diese modernen, humanistischen Werte. Doch deren immense Bedeutung für unser tägliches Zusammenleben ist uns nicht immer vollumfänglich bewusst. So droht unserer internationalen Gemeinschaft zunehmend Gefahr durch schleichende, nazistische Prozesse und populistische Gruppierungen. Religion, Nationalität und Abstammung sind die bestimmenden Konfliktthemen des täglichen Diskurses geworden. Rassismus, Diskriminierung, Unterdrückung und Unfreiheit gehören leider keineswegs der Vergangenheit an. Mit Schrecken und wachsenden Bedenken blickt die Welt derzeit in die USA, wo Präsident Donald Trump sein „America First“ in die Tat umsetzt und die Abschottung des eigenen Landes propagiert. Er möchte Menschen aufgrund ihrer Nationalität die Einreise verbieten, Mauern errichten und gefährdet mit seinen Handlungen und Äußerungen die internationalen Beziehungen.

Schon bald wird auch in Frankreich und Deutschland gewählt, in zwei Ländern, die heute als freiheitliche Demokratien mit ihrer Freundschaft das Konzept Europa verkörpern! Werden sie dies auch in Zukunft tun?

Wir sind nicht Schuld an dem was passiert ist, doch verantwortlich dafür zu sorgen, dass es sich nicht wiederholt. Für Freiheit, Gleichheit und Respekt. Für Menschlichkeit.